Ruck zuck und man ist wieder zurück, in seinem alten Zuhause.
Als wir mit dem Zug am Mallow Bahnhof ankamen, warteten schon Michelle mit den Kids und auch Elaine war mit den Kindern da. Wir wurden stürmisch willkommen geheißen und alles war direkt vertraut. Die erste Überraschung war, als ich nicht in den muffigen Renault steigen musste, denn seit Mai 2014 hat Familie Duggan einen neueren Renault Scenic, vielleicht sogar den neusten, da bin ich mir unsicher. Neu sieht die Karre allerdings nicht mehr aus. Es wundert mich nicht.
Der Weg nach Dromdowney war – wie jedes Jahr – ein kleines Highlight. Es ist alles so vertraut, das mag ich gerne. Wir sind noch mit zu Elaine, also zu Juls Gastfamilie, gefahren. Dort haben wir den Nachmittag verbracht, wir haben ganz klassisch Tee getrunken und mit den Kids im Garten gespielt.
Danach bin ich mit meiner Familie nach Hause gefahren. Es roch tatsächlich wie zuhause. Der typische irische zuhause Geruch, schön ist das. Viel verändert hat sich nicht. Alles weiterhin zugestellt. Meine Cork Fußballmannschaft hängt immer noch über den Wohnzimmereingang. Bilder aller Jahreszeiten schmücken die Küchenschränke. Auf dem Tisch steht Brown Bread, die Milch liegt gefroren in der Back Kitchen und taut langsam auf. Abendessen ist schon im Kühlschrank.
Abendessen- gutes Stichwort. Ich bin ja immer etwas skeptisch, was das Essen angeht, da ich nicht weiß, wie lange das schon im Kühlschrank verweilt. Diesmal erschien mir das aber halbwegs akzeptabel, bis auf den Kartoffelpüree, der schmeckte jetzt nicht gestampft frisch… Bis wir essen konnten, vergingen einige Minuten, um genau zu sein über 45 Minuten. Es ist schließlich schwierig, das Essen aufzuwärmen und gleichzeitig eine weiße Soße anzurühren. 2x ist die Soße angebrannt. Beim 3. mal hab ich den Schneebesen in die Hand genommen und schwups, die Soße brannte nicht an. Rühren hilft. Es gab Kapü, Bacon und Brokkoli mit weißer Soße. Es war ok.
Es hat sogar ein einigermaßen gemeinsames Abendessen stattgefunden. Cahli, Jenny, Michelle und ich saßen zusammen am Tisch. James war im Garten beschäftigt. Brian spielte lieber Tablet und schaute lieber parallel dazu TV, als zu essen. Nur zwischendurch kam er in die Küche, schob sich eine Gabel Kapü in den Mund und verschwand dann wieder im Wohnzimmer auf seinen Sessel.
Schon früher habe ich mich gerne zurück gelehnt und Michelle bei der Arbeit mit den Kindern beobachtet. Heute mache ich das noch lieber, einfach, weil ich viel mehr Hintergrundwissen habe. Innerlich schlage ich mir fast minütlich die Hände über den Kopf zusammen. Da kribbelt es in mir, nicht einzuschreiten und grundlegende andere Seiten aufzuziehen. Aber das ist nicht mehr mein Job.
Die Geschenke, die ich für die Kids gekauft habe, sind sehr gut angekommen. Darüber habe ich mich gefreut. Die Kids auch. Sie sind zu mir gekommen und haben sich mehrmals bedankt. Das Michelle sie später dazu aufforderte, mir „kisses“ und „hugs“ als Dankeschön zu geben, ignorierte die Kids und ich gekonnt. Unnötig ist sowas, ein Danke aus dem Mund der Kinder ist völlig ausreichend.
Später kam James aus dem Garten hinzu, und es entstand eine entspannte Quatschrunde, mit James, Michelle, Jenny und mir. Danach dackelten alle nach und nach ins „gute“ Wohnzimmer, wo wir jetzt einen Film schauen. Die komplette Familie, der Kamin ist an und alle sind zufrieden.
Morgen machen wir einen kleinen Ausflug mit Picknick, sofern das Wetter mitspielt.
Ich entspanne mich jetzt erstmal weiter und gehe gleich in mein ehemaliges Wohnzimmer ins Bett.
Euch allen wünsche ich einen schönen Abend. Bis morgen! 🙂