Familientreff

Heute rolle ich den Tag von hinten auf.
Wie war das, als wir uns noch vor 5 Jahren getroffen haben? Da rückte Juls mit den Kids an und alles was sie ggf. dabei hatten, waren ihre aktuellen Lieblingsspielzeuge. Wie sieht das heute aus? Heute werden zum Teil auch noch Spielsachen mitgebracht, der andere Teil besteht aus Medien, aus iPad Minis, drei Stück an der Zahl um es genau zu sagen. Die Kinder spielen nicht mehr draußen oder im Toyroom, sie sitzen im Wohnzimmer, jeder mit seinem eigenen Medium, iPad, Tablett oder sonst was, nebenbei läuft der TV. Da macht das Alter keinen Stopp, es ist egal ob 4 oder 11 Jahre. Schlimm das mit anzusehen, schlimm wenig bis gar nichts dagegen machen zu können.
Zumindest ich in meiner Familie. Ich habe heute Mittag gezielt versucht mit den drein draußen zu spielen. Neue Basketbälle zur sportlichen Anregung waren erst einen Tag alt. Es gelang mir nur so medium gut. Jenny und Cahli waren noch zu motivieren, aber auch nur so lange der Regen ausblieb. Brian war nicht zu begeistern, weil Michelle ihm vorab das Tablet abgenommen hatte. Da hatte er wenig Motivation draußen zu spielen, weil er das Teil unbedingt wieder haben wollte – mit allen Mitteln. Als es anfing leicht zu fisseln flitzen alle direkt zurück ins Haus. Und schon lief wieder der TV.
Michelle akzeptiere das, denn kurze Zeit später gab es Mittagessen (das war ganz lecker, es gab Wraps). Nach dem Essen sollten die Kids wieder draußen spielen. Da war aber noch die Sache mit dem Tablet von Brian und auch das Eis zum Nachtisch sowie das Anzünden des Kamins dienten nicht zur Motivation der Kinder bei, ihre freie Zeit draußen zu verbringen. Nach quengeln und ignorieren der Aufforderungen von Michelle, verschwanden die drei ganz selbstverständlich im Wohnzimmer und die Medien hatten wieder die Macht ergriffen (Brian hatte das Tablet inzwischen wieder bekommen).
Die Tage sind geprägt vom extremen Medienkonsum. Egal ob morgens, beim Essen, mittags, oder abends, egal ob zuhause, bei Nana oder bei Elaine – die Kinder haben rund um die Uhr Zugriff auf alles visuelle was ich haben wollen. Ein Nein gibt es nicht.
Besonders schön ist es, wenn man in die Küche kommt, der TV läuft, das Radio vor sich her dudelt und die Kids am Tisch sitzen und man dazu das Geplänkel von irgendwelchen Tabletspielen hört. Da ist die Reizüberflutung sehr gering gehalten. Ha ha. Das und noch mehr ist hier Alltag. Puuuuh nichts für mich.
Heute Vormittag hat es mich gepackt und ich habe die Küche gemacht als Michelle unter der Dusche war. Ich habe eine gute halbe Stunde dafür gebraucht. Eine halbe Stunde für Tisch und Arbeitsfläche!! In einer halben Stunde mache ich sonst mein komplettes Zimmer!! Freunde, ihr glaubt nicht was das für ein Chaos hier ist. Das hat schon was leicht messihaftes, meinte Juls heute auch. Die Kinderzimmer sind zugestellt, im Badezimmer sind nicht 5 sondern 20 Zahnbürsten, (nebenbei steht auch noch eine halbe Bibliothek auf der Fensterbank), der Toyroom ist ein einziges Spielzeugschlachtfeld. Die Küche Platz aus allen Brettern und auch im Wohnzimmer stapeln sich immer mehr Sachen. Im „Kinderwohnzimmer“ wird zudem noch eine halbe Zoohandlung gehalten. Vogelfutter und Federn fliegen überall herum und zu der eh schon hohen Geräuschkulisse liefern sich die Meerschweinchen und die Vögel tägliche Quick Wettbewerbe. Es ist super anstrengend hier einfach nur zu sein und noch nichtmal was zu machen. Ich habe schon Probleme die vielen Reize zu filtern und zu sortieren, sind die anderen schon so sehr daran gewöhnt?
Das ist ganz schön schade und traurig. Es gibt so viele schöne Möglichkeiten die Freizeit anders zu gestalten. Ich kann mir sogar vorstellen, dass wenn hier mal richtig aufgeräumt und vor allem aussortiert werden würde, dass die Kinder wieder (oder mehr) zum Spielen mit Spielsachen angeregt werden würden. So ist es einfach nur viel, unübersichtlich und oft nicht mehr zu gebrauchen, weil die Sachen kaputt oder die Kids raus aus dem Alter sind.

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