Zurück.

Hallöchen!
Es ist spät, dennoch berichte ich noch kurz vom Tag.
Um 06:00 Uhr schellte der Wecker; um 07:00 Uhr saßen wir im Aircoach in Richtung Flughafen, um den Leihwagen abzuholen. Dort standen wir uns erst einmal eine halbe Stunde die Beine in den Bauch, bis wir an die Reihe kamen. Juls war topp vorbereitet und wenige Minuten später saßen wir in einem recht neuen und dennoch mitgenommenen weißen Auto (natürlich habe ich jetzt die Marke und den Namen vergessen; schön ist die Karre jedenfalls nicht).
Die Fahrt von Dublin nach Mallow verlief ohne Probleme. Kein Stau oder so. Gut geteerte Autobahn. Wir waren meist die einzigen auf der Straße. Erst nachdem wir die Landwege erreichten (auf denen man 100km/h fahren darf) wurden die Straßen zunehmend ruckelnder und löchriger. Die Löcher waren gefüllt mit viel Wasser, Juls machte sich einen Spaß daraus, alle Pfützen, ob groß ob klein, mitzunehmen. Natürlich fuhren wir einmal durch Mallow, um a) Kevin die Stadt zu zeigen und b) zu Tesco zu gelangen. Tesco hat schockierender weise nicht mehr 24/7 auf, sondern „nur“ noch von 07:00-23:00 jeden Tag. Alles andere ist auf den ersten Blick gleich geblieben. Natürlich durfte nach dem Schlender-Rundgang durch den Supermarkt ein Zwischenstopp im Hib nicht fehlen. Tee im Hib ist ein Muss.
Nachdem Tee und Fanta ausgetrunken waren, sie wir endlich nach Dromdowney gefahren. Zuerst stoppten wir bei Juls Gastfamilie den O’Regans. Dort gab es eine stürmische Begrüßung und das erste Update von Elaine über die Umgebung und die Kinder, alles bei einem weiteren Tee, versteht sich von selbst
Anschließend fuhr Juls mich zu meiner Gastfamilie. James war – wie immer – im Garten zu finden, er verpasste der Hecke eine neue Frisur. Michelle schwang den Kochlöffel und hatte schon alles vorbeireitet, was so vorbereitet werden kann: Brot, Tee, Suppe, Irish Stew (Eintopf) und Nachtisch.
Klar und abgemacht war, dass es um 17 Uhr bei Elaine Lasagne und allerlei andere Leckereien zu essen gab; klar war aber auch, dass sich keiner gegen Michelles Speisekarte wehren konnte und Essen musste. Somit hatten wir ihr ganzes Werk kreuz und quer vor uns stehen. Dass Kevin mit Tee abgefüllt wurde, den er nicht sonderlich mochte oder unsere Tassen immer wieder neu aufgefüllt wurden, war erst mal zweitrangig. James formulierte es schmunzelnd: ihr wisst ja, bei Michelle gibt es kein ‚Nein‘. Wie recht er doch hat.
Die Kinder sind unglaublich groß geworden. Cahli (12) ist mittlerweile so groß wie ich. Er ist sehr höflich, nutzt seine Manieren und Hilfsbereitschaft. Jenny (10) hatte lange Haare bekommen. Sie ist immer noch ein Schleckermäulchen. Auch sie war hilfsbereit, hat Michelle beim decken unterstützt und saß mit uns, wie Cahli, am Tisch. Brian (8) ist völlig anders. Er verweigerte Gemeinschaft, verzog sich ins Wohnzimmer wo er daddeln und TV schauen konnte. Nur zum Essen kam er schnell heraus und verschwand genau so schnell wieder. Auch das brachte James gut auf den Punkt: Brian ist dissozial.
Nachdem wir alle wirklich vollgefuttert waren (es war alles halbwegs essbar, sogar die Suppe (da gingen bei mir zunächst die Alarmglocken an…)) fuhren Juls und Kevin zurück zu Elaine.
Ich verteilte die Geschenke, die ganz besonders bei den beiden großen gut ankamen. Brian schaute sich das Wandtattoo nur kurz an und verschwand danach im Wohnzimmer. Das Wandtattoo rollte sich derweil wieder auf dem Küchentisch zusammen. Mit Jenny und Cahli ging ich ins Zimmer in die erste Etage und brachte die Wandtattoos gemeinsam an.
Anschließend durfte ich mir aussuchen, was wir machen. Ich entschied mich für einen Besuch auf der Eselfarm. Das war vor 6 Jahren der erste Ausflug mit meiner Familie und gleichzeitig das erste mal, dass ich Juls sah.
Bei den Eseln war es gut. Brian kam sogar mit. Wir liefen eine Runde zwischen den ganzen Weiden entlang. Direkt im Anschluss fuhren wir zu Elaine. Dort warteten sie schon mit Lasagne, Salate, Karoffelecken, Chickenwings, Fisch, Knoblauchbrot – all das ohne Ende!!! Zum Nachtisch gab es fünf unterschiedliche Kuchen. Während wir aßen, beschäftigten sich die Kinder im Toyroom, mit einem Mix aus Medien- und richtigen Spielzeugspielen. 3h hielten wir uns dort auf, dann fuhren wir zu uns und hatten einen Filmeabend vor dem Kamin. Dazu gab es Popcorn. Essen kann man hier immer. Nicht umsonst kam ich mit paar mehr… ach lassen wir das…
Jetzt liege ich in meinem alten Bett. Ein Au-pair-Mädchen gibt es nämlich zur Zeit nicht. Warum wieso weshalb, das schreibe ich morgen, wenn ich am Flughafen bin. Um 13:15 geht schon mein Flieger.
Jetzt bin ich sehr müde – ich schreibe morgen, dann gibt es bestimmt auch noch Bilder (Michelle hat die auf ihrem Handy)!
Gute Nacht

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